Pilzesuchen

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Zur Pilzsaison erinnert der Literaturkritiker Mladen Gladić in seinem Artikel "Eine Rettung vor dieser scheißdurchkalkulierten technischen Welt" (Die Welt) an Peter Handkes 2014 erschienene Erzählung "Versuch über den Pilznarren". Darin wird das Pilzesuchen als heilsamer, aufmerksamkeitsschärfender Vorgang geschildert, der beim Protagonisten aber zur Sucht ausartet. Am Ende wird er davon aber geheilt, so wie Gladić schreibt: "Der 'Versuch über den Pilznarren' ist auch die Geschichte einer Heilung, was verraten sei, damit wir uns unbesorgter aufmachen können, die Schätze des Waldes aufzuspüren. Und wenn wir nichts finden? Gerade dann können wir aufatmen, denn 'nach einem Tag der Vergeblichkeit mit leeren Händen und Taschen aus der Waldestiefe ins Freie zu treten, wo es endlich! nichts mehr zu suchen gab, das hieß in der Tat: ‚Ah, ins Freie!‘' Schließlich sind wir keine Narren mit einer einzigartigen Gabe und einem unerreichbaren Ideal, wie Handkes Doppelgänger, nicht wahr? Der leidet nämlich sehr an seiner Findigkeit: 'Suchen und Nichtfinden!', das sah er vor sich als eine Art Ideal."

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