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Ich sehe, ich erkenne: Es hilft nur Teilen, es hilft nur Zusammen-Halten. Allein geht es nicht. Allein darf nicht sein (23. Dez.)
»Göttliches«, im Sinn des Juan de la Cruz, erfahre ich nur, indem ich mich auf das besinne, was ich liebe. Es wird nicht erfahren, indem ich mich auf einen »Gott« besinne.
Die Leute, für welche Gott eine Gewohnheit ist, sind verschlossen für das Ereignis des Göttlichen
Große kleine Ereignisse: Gerade etwa kam die Katze von draußen herein, und an ihrem Fell spürte ich den nirgends sonst noch wahrnehmbaren ersten Schnee, die förmlichen Flocken. Warum ist das ein »großes Ereignis«? frage ich mich. Weil daran der Gang der friedlichen Welt seit altersher und jeher sinnfällig wird; »Sinnfall« wird. »Seit jeher« vergeht nicht bloß, sondern ereignet sich so ein Bild, als Handgreiflichkeit, und wölbt sich – ja, das ist sein Verb – aus dem Zeitvergehen auf zum daurerndfrischen Bild der Welt, oder Welt-Bild (25. Dez.)
(aus: Peter Handke: Am Felsfenster morgens (und andere Ortszeiten 1982–1987). Salzburg/Wien: Residenz 1998, S. 261, 261, 262, 263)