Und darin liegt einer von meinen Lebensirrtümern. Noch vor wenigen Tagen habe ich mir notiert: »Immer, auch in Augenblicken der Fülle, deine Tendenz des: Es ist noch nicht da! Immer erlebst du auch die vollkommene Gegenwart als eine bloße Adventszeit. Immer erwartest du danach mehr, noch Größeres, das Größte. Da! Es ist dagewesen und ist da. – Und warum die Einmaligkeit in eine Wiederholung, in eine Reihe, in ein Bleiben zwingen? Sieh deine einsilbigen Freunde, denen das Einmal bereits alles war.«
(aus: Peter Handke: Mein Jahr in der Niemandsbucht. Ein Märchen aus den neuen Zeiten. Frankfurt: Suhrkamp, 1. Aufl. 2007, S. 46.)