Am 21. April 2010 meldeten zahlreiche Medien, dass auch das Postamt Griffen von der derzeit stattfindenden Schließungswelle der Österreichischen Post AG betroffen ist und mit 01. Oktober 2010 für immer geschlossen werden soll.
Einen Tag nach den Pressemeldungen, am 22. April hat ein Mitarbeiter der Post AG bei Bgm. Josef Müller vorgesprochen und die beabsichtigte Schließung mitgeteilt.
Bei diesem Gespräch wurde der Gemeinde mitgeteilt, dass das Postamt Griffen schwer defizitär ist und aus Kostengründen nicht mehr weiter geführt werden kann. Man werde sich aber seitens der Post AG bemühen, in den nächsten Wochen einen Postpartner zu finden, damit die Postdienste und die Ein- und Auszahlungen für Konten und Sparbücher gewährleistet seien.
Bgm. Josef Müller wurde ersucht, eine Einverständniserklärung zu unterfertigen, was jedoch strikt abgelehnt wurde.
Durch Gespräche mit Unternehmer in Griffen musste Bgm. Müller in den darauf folgenden Tagen in Erfahrung bringen, dass die Post AG bereits Wochen vor der Presseaussendung Vertragsverhandlungen mit möglichen Postpartnern geführt hat und die Gemeinde faktisch vor vollendete Tatsachen gesetzt wurde.
Bis heute, immerhin fast zwei Monate nach dem ersten Gespräch, hat die Post AG keine weitere Information bezüglich der weiteren Vorgangsweise der Schließung an die Gemeinde übermittelt. Weder die Post-Verantwortlichen noch die Post-Gewerkschaft haben ein Gespräch gesucht oder es der Mühe wert gefunden, eine geordnete Schließung mit den Verantwortlichen der Marktgemeinde Griffen zu besprechen.
Aus den Medien konnte jedoch entnommen werden, dass die Schließung nicht wie von der Post AG im April angekündigt, im Oktober sondern bereits im JULI 2010 erfolgen wird. Weiters teilte uns die Trafik Kupferschmied und nicht die Post AG mit, dass der Postpartnervertrag bereits Ende Mai unterschrieben wurde.
Die Marktgemeinde Griffen nimmt zur Kenntnis, dass es wirtschaftlich nicht zu vertreten ist, ein defizitäres Postamt auf Dauer aufrecht zu erhalten und das ein gut geführter Postpartner mit bis zu 50 Stunden Öffnungszeiten pro Woche für die Bevölkerung und die Kunden weitaus besser ist, als ein Postamt mit 20 Stunden Öffnungszeit und ohne EDV-Anschlüsse, wie dies in Diex, Ruden und anderen Orten der Fall sein wird.
Der Gemeinderat der Marktgemeinde Griffen nimmt auch zur Kenntnis, dass die Bestimmungen des Postmarktgesetzes, die eine flächen-deckende Versorgung von mindestens 90% der Bevölkerung einer Gemeinde im Umkreis von 10 km zum nächsten Postamt bzw. Postservicestelle sicherstellen muss, auch OHNE Postpartner in Griffen eingehalten werden könnten.
Der Gemeinderat der Marktgemeinde Griffen protestiert jedoch auf das Schärfste gegen die Art und Weise der Informationspolitik der Postverantwortlichen, gegen die Arroganz und Überheblichkeit gut bezahlter Postmanager und deren Erfüllungsgehilfen sowie gegen ein missglücktes Postmarktgesetz.
In der Hoffnung, dass die Österreichische Post AG wenigstens für den künftigen Postpartner, die Tabaktrafik Kupferschmied ein fairer und verlässlicher Partner ist und dass die Bevölkerung von Griffen die Postdienste auch tatsächlich in Anspruch nimmt, damit nicht auch noch die Postservicestelle des Postpartners geschlossen wird verbleibt
für den Gemeinderat der Marktgemeinde Griffen
Der Bürgermeister:
Josef Müller