Griffen und Trasaghis eine jahrzehntelange Partnerschaft

Pisu und Müller

In den ersten Maitagen stand ganz Friaul im Zeichen des Gedenkens an das schreckliche Erdbeben, das vor 50 Jahren die Region in unserer Nachbarschaft schwer getroffen hat. In allen betroffenen Gemeinden gab es Gedenkfeiern, Messen, Ausstellungen, sogar die ganze Regierungsspitze mit Präsident Matarella und Regierungschefin Meloni war anwesend. 

Seit damals ist auch Griffen mit einer Gemeinde am Tagliamento nahe Gemona freundschaftlich verbunden, denn schon am ersten Tag nach der Katastrophe organisierten der damalige Bürgermeister Thomas Miklau, die Brüder Albert und Dieter Samonigg und Erwin Kauer eine erste Hilfsaktion mit Gütern des täglichen Bedarfs. Nach einer Fahrt über Straßen, mit Felsbrocken übersät, wurde ihnen vom Österreichischen Roten Kreuz der Ort Trasaghis zugewiesen, wo sie vom damaligen Bürgermeister Sign. Tomat empfangen wurden. 

Weitere Hilfstransporte, ua. mit Bauholz, folgten und wurden mit dem Feuerwehr LKW und Robi Hehn als Fahrer durchgeführt. 

So entstanden mit der Zeit freundschaftliche Beziehungen zwischen den Institutionen, Privatpersonen und Vereinen, die von Anfang an vom langjährigen Bürgermeister Ivo del Negro gefördert wurden. Auch sein leider schon verstorbener Nachfolger Augusto Picco setzte die gemeinsamen Aktivitäten fort. Ein erster Höhepunkt war die feierliche Gründung einer Gemeindepartnerschaft zwischen den beiden Gemeinden am 8.Dezember 1978 im Gemeinderat Trasaghis. In den folgenden Jahren kam es zu zahlreichen Kontakten und Veranstaltungen zwischen dem Gemischten Chor Griffen, der Trachtenkapelle Griffen, den Traditionsverbänden Abwehrkämpferbund und Kameradschaftsbund, der Hauptschule, der Feuerwehr und dem Sportverein Griffen, hüben und drüben, wobei auch fallweise die Kirche miteingebunden wurde. Unmittelbar nach der Katastrophe wurden auch Kinder aus der Gemeinde Trasaghis von Griffner Familien eingeladen, um hier die erlebten Ereignisse vergessen zu lassen 

Auch unter den aktiven Bürgermeisterkollegen Sign. Stefania Pisú und ÖkR Josef Müller wird diese Tradition in gegenseitigen Besuchen zweimal im Jahr weitergeführt, um Land und Leute besser kennenzulernen. Dabei versucht SR Michael Kircher als langjähriger Dolmetscher, Verbindungsmann und Förderer, die sprachlichen Schwierigkeiten bestmöglich auszugleichen. 

Eine Gruppe von Menschen, die in einem Raum stehen

Daher waren heuer am 5.und 6. Mai 2026 der Gemischte Chor Griffen und eine starke Abordnung der Marktgemeinde unter Bgm. Josef Müller zu den Veranstaltungen des 50-jährigen Gedenkens und zur Mitwirkung herzlich eingeladen. Nun gilt es, diese freundschaftliche Gemeindepartnerschaft lebendig zu erhalten und mit neuer Energie ins nächste Jahrzehnt zu führen. 

Michael Kircher